Auswahl des Datenbanksystems

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Auswahl des Datenbanksystems

> Letzte Änderungen am 14.09.2017 <

Als der Notenmanager 1998 das Licht der Welt erblickte waren (vernetzte) Computer in Lehrerzimmern noch eher die Ausnahme, von echten Servern ganz zu schweigen.

Bei der Auswahl der zugrunde liegenden Datenbank fiel die Entscheidung zugunsten Microsofts JET-Datenbank-System, die damals wie heute z. B. auch die Basis für die Access-Datenbankanwendung aus Microsofts Office Paket ist. Daher solche Datenbanken auch gerne als Access-Datenbank bezeichnet.

Inzwischen gab es einen enormen Wandel in der Schul-IT. Die Anzahl der Rechner, die den Lehrern dauerhaft zur Verfügung stehen, hat deutlich zugenommen und auch die Vernetzung ist an den meisten Schulen inzwischen auf dem neuesten Stand. Die Vernetzung der Computer mit einem leistungsfähigen Server ist inzwischen eher die Regel als die Ausnahme.

Seit dem Schuljahr 2012/13 kann der Notenmanager daher auch zusammen mit dem Datenbank-Server PostGreSQL verwendet werden. Dieses Datenbankmanagementsystem ist auch grundlage für die neue Schulverwaltungssoftware ASV und ist daher an den meisten Realschulen und Gymnasien schon installiert.

Die folgenden Informationen sollen Ihnen die Entscheidung für das passende Datenbanksystem erleichtern.

JET-Datenbank ("Access-Datenbank")

Das JET-Datenbank-System ist dateibasiert, d. h. alle Daten (auch Metadaten) werden in einer einzelnen Datei gespeichert. Um von einem Clientprogramm wie dem Notenmanager auf diese Datenbank zugreifen zu können muss diese Datenbankdatei im Netzwerk in einer Freigabe bereit liegen.

Vorteile

Einfaches Handling der Datenbank: Um das System auf einen neuen Rechner zu übertragen reicht es aus, einfach diese Datenbankdatei zu kopieren.

Einfache Datensicherung: Es reicht aus, einfach eine Kopie der Datenbankdatei anzufertigen - im einfachsten Fall über den Windows-Explorer.

Nachteile

Multi-User-Zugriff: JET-Datenbanken sind zwar grundsätzlich mehrbenutzerfähig, aber bei steigender Anzahl von Zugriffen leidet die Performance und die Stabilität. Systembedingt muss bei jedem Clientzugriff die gesamte Datendatei einmal gelesen werden. Wenn sich am Ende des Schuljahres die Größe der Datenbank auf 20 MB oder mehr aufgebläht hat kommt es dann beim Start des Notenmanagers zu spürbaren Wartezeiten.

Stabilität: JET-Datenbank sind bekanntermaßen anfällig bei Schwankungen in der Netzwerkleistung. Kommt es zu einem Verbindungsabbruch wird die Datenbank unter Umständen in einen Zustand versetzt, der keine weiteren Zugriffe mehr gestattet - weder lesend noch schreibend. Die Datenbank lässt sich dann zwar in der Regel ohne Datenverlust reparieren (Zusatzprogramm "dbreparieren.exe"), für einen strapazierten Administrator aber ein Nervenkitzel, der nicht unbedingt sein muss.

Datensicherheit bzw. Datenschutz: Da die Datenbank in einer Freigabe auf dem Server liegt ist sie letztendlich für jeden eingeloggten Benutzer zugänglich. Selbst wenn die Freigabe versteckt wird kann ein Benutzer mit wenig technischem Know-How die Datenbank ausfindig machen, auf seinen USB-Stick kopieren und dann in Ruhe "knacken" um an die Daten zu kommen.

PostGreSQL-Datenbankserver

Bei einem Datenbankserver handelt es sich um einen Dienst, der auf einem zentralen Server im Netzwerk läuft. Um Daten aus einer Datenbank abrufen zu können muss sich der Client zunächst mit Benutzername und Passwort am Datenbankserver anmelden. Der Datenbankserver nimmt dann die Anfragen von Clients entgegen, holt die angeforderten Daten aus der Datenbasis und reicht diese dann an die Clients weiter. Die Daten werden dabei - je nach System - in einer oder mehreren Dateien in einem oder in mehreren Verzeichnissen im Dateisystem gespeichert, auf die nur der Datenbankserver selber Zugriff haben muss.

Vorteile

Stabilität: Der größte Vorteil des PostGreSQL-Servers im Vergleich zur JET-Datenbank. Selbst mehrere Dutzend zeitgleiche Anfragen bringen ein solches System nicht aus dem Gleichgewicht. Ist die Netzwerkverbindung schlecht werden die Daten im Zweifelsfall noch einmal geschickt. Die Leistung und Geschwindigkeit des Datenbankservers ist dabei natürlich von der Leistung des Netzwerkservers abhängig, auf dem er installiert wurde.

Performance: Bei der Kommunikation zwischen Client und Datenbankserver werden immer nur die tatsächlich angefragten Daten (zzgl. einiger Metadaten) übermittelt. Die Belastung für das Netzwerk ist dadurch so gering wie möglich und Kommunikation ungleich schneller.

Zusätzliche Funktionen: Die höhere Performance des PostGreSQL-Datenbankservers ermöglicht im Notenmanager einige Funktionen, die bei der Verwendung einer JET-Datenbank deaktiviert sind um die Stabilität des Systems nicht zu gefährden. Zu diesen Funktionen gehört z. B. ein ausführliches Notenlog (Protokollierung aller Notenänderungen) sowie eine Übersicht über angemeldete Benutzer.

Datensicherheit: Die Datendateien des PostGreSQL-Datenbankservers liegen auf dem zentralen Netzwerkserver in einem Bereich, auf den nur der Datenbankserver selber und (im Normalfall) der Netzwerkadministrator Zugriff haben. Insbesondere sind diese Dateien/Verzeichnisse im Netzwerk freigegeben. Der einzige Weg, Daten zu extrahieren, führt über den Datenbankserver selber.

Nachteile

Installationsaufwand: Vor der Nutzung des Notenmanagers muss zuerst der Datenbankserver installiert werden. Dies sollte in einem Netzwerk auf einem Server geschehen. Für Einzelplatzinstallationen kann/muss PostGres auch auf dem Client-Rechner installiert werden.

Datenbankhandling: Ein einfaches Kopieren einer Datenbank ist nicht möglich (oder zumindest nicht ratsam). Transferieren der Datenbank auf einen anderen Rechner oder auch die Datensicherungen müssen über spezielle Programme geschehen, die zusammen mit dem PostGres-Datenbankserver installiert werden (pgAdmin und pgDump).

Empfehlung des Programmierers

Wenn Sie den Notenmanager nur einmal unverbindlich testen wollen oder tatsächlich nur eine Einzelplatzinstallation benötigen ist die Verwendung der JET-Datenbank die einfachere Lösung. Bedenken Sie aber, dass es momentan keine sichere Möglichkeit gibt, die Daten einer JET-Datenbank fehlerfrei in eine PostGreSQL-Datenbank zu überführen. Ein späterer Umstieg könnte also schwierig werden.

In allen anderen Fällen ist die Verwendung des Datenbankservers dringend empfohlen. Selbst bei wenigen Rechner im Netzwerk ist die Stabilität und Performance von PostGreSQLdeutlich höher, von der Sicherheit der Daten ganz zu schweigen.